Übernachten mitten im Grünen
Übernachten mitten im Grünen
Das genaue Datum der Hofgründung ist unbekannt. Heimatforscher vermuten, dass der Ursenbacherhof bereits eines der nicht namentlich aufgeführten Güter war, von denen in einer Stiftungsurkunde des Speyrer Bischofs Johannes die Rede ist, der am 6. Januar 1100 das Benediktinerkloster in Sinsheim mit zahlreichen Gütern ausstattete. Eine alte Ringmauer des Sinsheimer Stifts aus der Zeit der Klosterstiftung weist jedenfalls dieselben baulichen Merkmale wie die einstige Ummauerung des Hofes auf.

Das Gebiet um den Hof war zunächst Eigenbesitz verschiedener Gaugrafen und Niederadliger. Im 14. Jahrhundert lag der Hof dann im Besitz des Sinsheimer Klosters; die Literatur mutmaßt, dass der Hof, ähnlich wie die benachbarte abgegangene Siedlung Breitenhart, als Vermächtnis eines nicht von einem Kreuzzug zurückgekehrten Ritters an das Kloster gelangt sein könnte. 1496 bewilligte Bischof Ludwig von Speyer dem inzwischen zum Stift umgewandelten Kloster den Verkauf des Hofes und weiterer umliegender Besitztümer, doch befand sich der Hof noch 1565 im Besitz des Stifts, war jedoch damals bereits seit mehreren Jahrzehnten an Erbpächter verpachtet.
1601 wurde der Hof erneuert, wovon einst Bauinschriften zeugten. Im Dreißigjährigen Krieg lag der Hof zeitweilig brach, bevor ab 1653 wieder Erbpächter die Bewirtschaftung übernahmen. Verpächter war die Kurpfalz, deren Besitz hier die Kellerei Hilsbach verwaltete. 1848 wurde die Erbpacht abgelöst und die Bestandspächter wurden Eigentümer.

 

Zu dieser Zeit gründet sich auch eine Gemeinde dieser Erbpächter, die der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten, einer evangelischen Freikirche, angehören.

Mehr Informationen gibt es hier:

 

http://www.täuferspuren.de/mennonitengemeinde-ursenbacherhof-1850-1945/

Der Hof wurde auch Bleihof genannt, weil dort Hanf gebleut, d.h. gebrochen wurde. Ein alter Eichbrunnen beim Hof hat einst den Bleihöfer See gespeist, den man in den 1960er Jahren mit dem Schutt abgebrochener alter Gebäude des Ursenbacherhofes verfüllte. Das heute älteste Gebäude des Hofs stammt aus dem Jahr 1840.

Quelle: Heinrich Steidel: Ortsgeschichte von Daisbach mit Ursenbacher Hof
(Heidelberg 1910), eigene Ergänzungen (Täuferspuren)

Der Ursenbacherhof um 1950............
Druckversion Druckversion | Sitemap
Übernachten mitten im Grünen